NEXUS CITIZEN SCIENCE

Wasserqualität ist ein Thema mit steigender Bedeutung; Gewässer sind vielen Stressfaktoren ausgesetzt. Vom Menschen verursachte Verschmutzungen führen zu Veränderungen in Ökosystemen und steigern den Aufwand für Trinkwasseraufbereitung. Durch ein sich veränderndes Wettermuster sieht sich die Trinkwasserversorgung neuen Herausforderungen ausgesetzt. In solch komplexen Situationen, die von multiplen und gegensätzlichen Perspektiven sowie vielschichtigen Verbindungen geprägt sind, ist es zunehmend wichtiger, diverse Akteure in die Ausarbeitung von Herangehensweisen an Herausforderungen einzubinden. Durch diese Komplexität und technologischen Fortschritt wird der Datenbedarf in Bezug auf Wasserqualität weiter steigen.

Citizen-Science, eine Art der Wissenschaft, in der jeder Interessierte sich aktiv einbringen und einen bedeutenden Beitrag leisten kann, verspricht interessierte Bürger in Wissenserzeugungsprozesse einzubinden. Somit würde es Akteuren erlauben ihre Sichtweisen einzubringen und Wasser- und Umweltdaten zu gemeinsam festgelegten Indikatoren partizipativ zu erheben.

Das NEXUS CITIZEN SCIENCE Projekt ist in ein transdisziplinäres Forschungsprojekt, in dem gleichermaßen Wert auf Forschung und Praxis gelegt wird. Die Forschung beschäftigt sich mit der Fragestellung „Was ist der Bedarf für und das Potenzial von Citizen-Science als komplementäre Herangehensweise an Wissenserzeugung bezüglich Wasserqualität in Luxemburg?“. Der Bedarf für und das Potenzial von Citizen-Science wird auch anhand der praktischen Projektzielsetzung erforscht. Das Projekt zielt darauf ab, Citizen-Science-Projekte und -Tools partizipativ zu gestalten und anzustoßen. Hierbei wird zwischen zwei Herangehensweisen unterschieden. In „co-kreativen“ Projekten wird die Projektgestaltung partizipativ durchgeführt, während sie in „beitragenden“ Projekten vorbestimmt ist. Die Datensammlung wird in beiden Projektarten von Bürgern durchgeführt.

Die partizipative Projektgestaltung findet größtenteils in Co-Design-Workshops statt, in denen mit Methoden strukturierte Diskussionen über Bedarfe und Wünsche zu einem Gesamtkonzept für die Citizen-Science-Projekte und -Tools führen. Hier wird mit ausgewählten Gruppen aus Luxemburg zusammengearbeitet, die Interesse an Wasserqualität haben (z.B. Naturparks, Gemeinden, Vereine oder anderen Organisationen). Zurzeit arbeiten wir mit interessierten Gruppen zwei Teilprojekte aus, die sich eines für Luxemburg entwickelten Tools bedienen werden, dass dem Zweck beider Gruppen angepasst ist.

Das in den Co-Design-Workshops konzipierte Citizen-Science-Tool ermöglicht die Datenerhebung und -auswertung und setzt sich zusammen aus einem Kit, einer App und einem Web-Interface. Das Kit ist ein Set der Werkzeuge, die zur Datenerhebung benötigt werden (z.B. Messinstrumente). Die App ermöglicht die Dateneingabe. Das Web-Interface dient zur Datendarstellung und ermöglicht ihre Auswertung. Die Komponenten werden auf bestehenden Citizen-Science-Elementen und -Tools aufgebaut. Ein wichtiges Thema in der Entwicklung ist die Datendarstellung und -zugänglichkeit. Die Web-Plattform soll alle Citizen-Science-Daten, die im Rahmen des NEXUS CITIZEN SCIENCE Projekts erhoben werden, zusammenbringen. Jede Gruppe entwickelt ein Indikatorenset von besonderem Interesse in ihrem Rahmen und für ihr Anliegen, wobei es bei den Sets auch Überschneidungen gibt.

Neben den „co-kreativen“ Arbeitsachsen, beschäftigt sich ein Arbeitsbereich mit dem Umsetzen von Datensammlungsinitiativen, in denen bestehende Tools von freiwilligen Bürgern genutzt werden. In Zusammenarbeit mit Earthwatch, einer Nichtregierungsorganisation aus England, im Rahmen ihres Citizen-Science-Projekts „FreshWater Watch“ wird ein Teilprojekt durchgeführt, in denen sich Bürger in die Datensammlung einbringen können (Für weiterführende Informationen, folgenden Sie bitte diesem Link). Zusätzlich wurde ein „Blitz“-Event organisiert, dass auch zur partizipativen Datensammlung eingeladen hat (weitere Informationen finden Sie hier).

Die Anfänge des Projekts werden von einem Doktoranden getragen. Dieser steht in fortwährendem Austausch mit dem NEXUS FUTURES Team, sowie einer Forschergruppe des University College London, Namens Extreme Citizen Science (ExCiteS). Sie wird von Prof. Muki Haklay mitgeleitet, der eine Beraterrolle im Projekt innehält. Die Forschergruppe arbeitet nach dem „Bottom-Up“-Ansatz mit einem breiten Netzwerk von Menschen zusammen, das lokale Bedürfnisse, Praktiken und Kultur berücksichtigt, um neue Methoden und Prozesse zur Wissenserzeugung zu entwickeln, die die Welt verändern können (übersetzt von ucl.ac.uk/excites). Der weitere Projektverlauf wird vom NEXUS FUTURES Team beaufsichtigt.

Das NEXUS CITIZEN SCIENCE Projekt und eine Doktorandenstelle werden von der Universität Luxemburg unter dem Projektnamen WatGov finanziert.

Falls Sie mitmachen wollen oder Fragen haben, zögern Sie nicht sich bei uns zu melden.

Ihr Ansprechpartner für das Citizen Science Projekt ist Karl Pickar.

(Letztes Update: Februar 2020)